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Forschung im Rahmen des CEDIM

CEDIM hat mit den Forensischen Katastrophenanalysen (CEDIM Forensic Disaster Analysis CEDIM FDA) zum Ende des Jahres 2011 einen neuen Typ von interdisziplinärer Forschung begonnen. In dem neuen Programm werden Katastrophen und ihre Auswirkungen ereignisnah analysiert. Der Fokus der CEDIM-Analysen liegt dabei auf den Interaktionen zwischen (1) dem Naturereignis, (2) den technischen Anlagen, Einrichtungen und kritischen Infrastrukturen und (3) den gesellschaftlichen Strukturen, institutionellen und Selbstschutzkapazitäten.

Davor waren die Forschungsarbeiten in CEDIM verschiedenen Schwerpunkten und Projekten gewidmet. Zwischen 2003 und 2008 teilten sich die Forschungsarbeiten auf drei Projekte auf: Risikokarte Deutschland, Megacity Istanbul und Modellierung extremer Hochwasserereignisse. Im Rahmen des ersten CEDIM Projektes, der Risikokarte Deutschland, wurden flächendeckende Risikokarten für Naturgefahren und man-made hazards in Deutschland entwickelt. Das Risiko für Hochwasser, Sturm und Erdbeben auf Gemeindeebene wurde ermittelt und verglichen. Für jede Gemeinde kann damit diejenige Naturgefahr identifiziert werden, bei der die größten Schäden zu erwarten sind. Das Megacity Istanbul Projekt war ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das zum Ziel hatte, Konsequenzen von Erdbeben in schnell wachsenden Metropolen zu analysieren. Die Helmholtz-Nachwuchswissenschaftlergruppe "Modellierung extremer Hochwassersituationen" entwickelte Informations- und Modellierungswerkzeuge zur Quantifizierung und Darstellung des Hochwasserrisikos im Einzugsgebiet der Elbe.

Mit dem Beitritt des Forschungszentrums Karlsruhe (FZK) zu CEDIM im Herbst 2007 eröffnetensich in CEDIM neue Möglichkeiten besonders im Bereich der Klimamodellierung. Im Verbundvorhaben "Hochwassergefahr durch Klimawandel" wurden die wissenschaftlichen Grundlagen geschaffen, um in drei Flusseinzugsgebieten der Bundesrepublik Deutschland die voraussichtlichen Extremniederschläge und -hochwässer in den Jahren 2020 bis 2050 durch aufwendige Modellierungen zu prognostizieren und die Implikationen für den Hochwasserschutz zu analysieren. Dieses Verbundvorhaben ist Teil des Forschungsschwerpunktes "Naturrisiken im Klimawandel". In diesen Schwerpunkt sind neben der Hochwassergefahr Themen wie intensivierte Hagelrisiken für Südwestdeutschland, Anfälligkeit der Verkehrsinfrastruktur für Hochwasser und Erdbeben sowie Folgen und Schutzoptionen im Falle eines Ausfalls der Stromversorgung integriert. Die "Modellierung des globalen Risikowandels" bildet den zweiten Forschungsschwerpunkt. In diesem Bereich konzentriert sich CEDIM auf Beiträge zum internationalen Projekt "Global Earthquake Model " (GEM). Neben Erdbebenrisikomodellen für Deutschland beschäftigen wir uns mit der Quantifizierung des durch Naturgefahren bedrohten Werteinventars sowie mit der Erfassung und Bestimmung von Gebäuden und Infrastruktur mit Methoden der Fernerkundung. Die regionalen Schwerpunkte der Arbeiten liegen in Deutschland, Zentralasien und Indien. Als dritter Schwerpunkt hat sich in CEDIM das Thema "Kritische Infrastrukturen" entwickelt. Das Ende 2010 begonnene Projekt KRITIS verfolgt das Ziel, ein System zu Entscheidungsunterstützung auf verschiedenen Ebenen bei Ausfall kritischer Infrastrukturen wie Stromversorgung oder Verkehr zu entwickeln. Hierbei ist das Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (Fraunhofer IOSB ) ein neuer strategischer Partner für CEDIM.