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Forschung im Rahmen des CEDIM

Zwischen 2003 und 2008 teilten sich die Forschungsarbeiten auf drei Projekte auf: Megacity Istanbul, Risikokarte Deutschland und Modellierung extremer Hochwasserereignisse. Das Megacity Istanbul Projekt ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das zum Ziel hat, Konsequenzen von Erdbeben in schnell wachsenden Metropolen zu analysieren. Im Rahmen des Projektes Risikokarte Deutschland wurden flächendeckende Risikokarten für Naturgefahren und man-made hazards in Deutschland entwickelt. Das Risiko für Hochwasser, Sturm und Erdbeben auf Gemeindeebene wurde ermittelt und verglichen. Für jede Gemeinde kann damit diejenige Naturgefahr identifiziert werden, bei der die größten Schäden zu erwarten sind. Die Helmholtz-Nachwuchswissenschaftlergruppe "Modellierung extremer Hochwassersituationen" entwickelte Informations- und Modellierungswerkzeuge zur Quantifizierung und Darstellung des Hochwasserrisikos im Einzugsgebiet der Elbe.

Mit dem Beitritt des Forschungszentrums Karlsruhe (FZK) zu CEDIM im Herbst 2007 eröffnete sich die Möglichkeit ein Klimaprojekt zu initieren. Im Rahmen des neues Verbundvorhabens "Hochwassergefahr durch Klimawandel" werden die wissenschaftlichen Grundlagen geschaffen, um in drei Flusseinzugsgebieten der Bundesrepublik Deutschland die voraussichtlichen Extemniederschläge und -hochwässer in den Jahren 2020 bis 2050 durch aufwendige Modellierungen zu prognostizieren und die Implikationen für den Hochwasserschutz zu analysieren.

Seit 2009 ist dieses Verbundvorhaben "Hochwassergefahr durch Klimawandel"  Teil des Forschungsschwerpunktes "Naturrisiken im Klimawandel". In diesen Schwerpunkt sind neben der Hochwassergefahr Themen wie intensivierte Hagelrisiken für Südwestdeutschland, Anfälligkeit der Verkehrsinfrastruktur für Hochwasser und Erdbeben sowie Folgen und Schutzoptionen im Falle eines Ausfalls der Stromversorgung integriert. 

Die "Modellierung des globalen Risikowandels" bildet den zweiten Forschungsschwerpunkt. In diesem Bereich konzentriert sich CEDIM auf Beiträge zum internationalen Projekt "Global Earthquake Model " (GEM). Neben Erdbebenrisikomodellen für Deutschland beschäftigen wir uns mit der Quantifizierung des durch Naturgefahren bedrohten Werteinventars sowie mit der Erfassung und Bestimmung von Gebäuden und Infrastruktur mit Methoden der Fernerkundung. Die regionalen Schwerpunkte der Arbeiten liegen in Deutschland, Zentralasien und Indien.

Als dritter Schwerpunkt hat sich in CEDIM das Thema "Kritische Infrastrukturen" entwickelt. Das Ende 2010 begonnene Projekt KRITIS verfolgt das Ziel, ein System zu Entscheidungsunterstützung auf verschiedenen Ebenen bei Ausfall kritischer Infrastrukturen wie Stromversorgung oder Verkehr zu entwickeln. Hierbei ist das Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (Fraunhofer IOSB) ein neuer strategischer Partner für CEDIM.

Mit den Forensischen Katastrophenanalysen hat CEDIM ab Ende 2011 einen neuen Typ von interdisziplinärer Forschung zu Katastrophen und ihren Auswirkungen begonnen.